Standard & Poors – wird Deutschland herunter gestuft

Die Rating-Agentur Standard & Poors könnte nun auch die Kreditwürdigkeit Deutschlands herabstufen. Nun stellt sich die Frage, was es damit auf sich hat.
Hintergrund ist natürlich die seit Monaten andauernde Finanzkrise in Europa, die sich von Griechenland über Italien, Spanien und Irland nun auch in Richtung der Großen wie Deutschland oder Frankreich ausweitet. Eine Herabstufung würde bedeuten, dass Deutschland das AAA-Rating (besser geht es nicht) verlieren würde – kann sich jemand daran erinnern, dass Deutschland dieses Rating nicht inne hatte?
Man darf auch spekulieren, dass diese Warnung einen Schuss vor den Bug darstellen soll. Wenn man in Deutschland schon kein Top-Rating mehr erhält – wer bitteschön, sollte dann eines haben – siehe hierzu auch den Artikel in der SZ: Schuldenkrise in Europa – Wir leben nicht über unsere Verhältnisse.
Die Frage, die sich indes stellt: Darf eine Rating-Agentur der Politik überhaupt einen Schuss vor den Bug verpassen? Mischt sie sich damit nicht zu sehr in das Tagesgeschäft ein und in die Strukturpolitik? Darf sie sich als Sprecher der Finanzwirtschaft aufspielen und der Politik Dinge ins Stammbuch schreiben? Oder ist es die Aufgabe einer Rating-Agentur, den Markt zu beobachten, um daraus Ratings abzuleiten. Warnungen gehören sich für einen Beobachter nicht. Man selbst sagt bei Standard & Poor's, man sei nicht dazu da, die Märkte zu beruhigen.
Stuft man aber Frankreich herab, um es dann als Software-Fehler zu entschuldigen, spricht man im September davon, dass für zwei Jahre keine Herabstufung in Frankreich zu erwarten sei, um heute damit zu drohen, dann muss man auch sagen: Beruhigen müssen die Rating-Agenturen ja nicht. Es würde ja schon ausreichen, wenn sie nicht beunruhigen…